Weil schon geringe Mengen Alkohol Dein Sehen verändern: Das Sichtfeld der Augen wird kleiner und das räumliche Sehen schlechter. Das sind auch die beiden richtigen Antworten der Führerschein-Theoriefrage 1.1.09-024. Dazu kommen langsamere Reaktionen und mehr Risikobereitschaft. Deine Fahrtüchtigkeit leidet also lange, bevor Du Dich betrunken fühlst. Im Straßenverkehr kostet Dich das wertvolle Sekunden.
Das Wichtigste in Kürze
- Richtig in der Prüfung: Das Sichtfeld verkleinert sich, das räumliche Sehen verschlechtert sich.
- Falsch ist „Die Reaktionszeit verkürzt sich“. Sie wird länger.
- Ab etwa 0,2 ‰ lassen Reaktion und Kritikfähigkeit nach, ab 0,3 ‰ wird das Sehfeld enger.
- In Deutschland drohen schon ab 0,3 Promille Strafen, wenn Du auffällig fährst oder einen Unfall verursachst.
- Probezeit und unter 21 Jahren: Es gilt 0,0 Promille.
Die Theoriefrage 1.1.09-024: Welche Antworten stimmen?
Die Frage gehört zum Grundstoff. Sie kann Dir also in jeder Prüfung für den Führerschein begegnen, ob Du nun Autofahren, Motorradfahren oder Mofafahren lernst. Falsch beantwortet kostet sie Dich 4 Fehlerpunkte. Zur Auswahl stehen drei Antworten:
| Antwort im Fragebogen | Ankreuzen? | Warum |
|---|---|---|
| Weil sich das Sichtfeld der Augen verkleinert | ja | Ab etwa 0,3 ‰ wird das Sehfeld enger. Was am Rand passiert, siehst Du später. |
| Weil sich das räumliche Sehen verschlechtert | ja | Abstände und Entfernungen schätzt Du schlechter ein. |
| Weil sich die Reaktionszeit verkürzt | nein | Alkohol verlängert die Reaktionszeit. |
Die dritte Antwort ist die typische Falle. Dass Alkohol die Reaktion verändert, stimmt ja, nur in die andere Richtung: Du reagierst später. Wer beim Lernen zu schnell liest, kreuzt sie trotzdem häufig an.

Auswirkungen von Alkohol: Was 0,2 bis 0,5 Promille schon mit Dir machen
Getrunkener Alkohol verteilt sich über den Blutkreislauf schnell im ganzen Körper, auch im Gehirn. Laut dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA) können die Leistungen des Gehirns schon ab 0,2 Promille deutlich abnehmen. Sehvermögen, Reaktionszeit und Konzentration leiden dann. Das sind die Fähigkeiten, die Du brauchst, um ein Fahrzeug sicher zu führen. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat sieht die Gefahrenschwelle bereits bei 0,2 bis 0,3 Promille, und die kann nach einem kleinen Bier erreicht sein. Alle Werte hier meinen die Blutalkoholkonzentration.
| Blutalkohol | typische Auswirkungen am Steuer |
|---|---|
| ab 0,2 ‰ | Reaktionen werden langsamer, die Aufmerksamkeit sinkt, die Risikobereitschaft steigt |
| ab 0,3 ‰ | das Sehfeld wird enger, Entfernungen werden schlechter eingeschätzt |
| ab 0,5 ‰ | die Reaktion lässt deutlich nach, vor allem auf rote Signale (Rotlichtschwäche); Konzentration und Hören werden schlechter |
| ab 0,8 ‰ | Tunnelblick, erste Gleichgewichtsstörungen, deutliche Enthemmung und Selbstüberschätzung |
| ab 1,0 ‰ | deutliche Seh- und Sprachstörungen, mehr Aggression und Risikobereitschaft |
Quelle der Stufen: ADAC (Stand April 2026) und BIÖG. Es sind Richtwerte, denn individuelle Faktoren spielen mit: Gesundheitszustand, Alter, Gewöhnung, Geschlecht, Gewicht und ob Du vorher gegessen hast. Bei jeder Person kann derselbe Alkoholgehalt die Fahrtüchtigkeit also unterschiedlich stark beeinträchtigen. Bei sehr empfindlichen Menschen wirkt Alkohol schon unter 0,2 ‰ enthemmend.
Auch das Unfallrisiko steigt früh. Ab 0,5 Promille ist das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, laut DVR doppelt so hoch wie im nüchternen Zustand. Laut Statistischem Bundesamt gab es 2025 rund 34.800 Unfälle, an denen mindestens eine alkoholisierte Person beteiligt war. Das ist im Schnitt ein Unfall unter Alkoholeinfluss alle 15 Minuten, 170 Menschen starben dabei, 17.900 wurden verletzt.

Warum Du es selbst kaum merkst
Bei kleinen Mengen schwächt Alkohol ausgerechnet die Fähigkeit, mit der Du Dich selbst beurteilst. Laut BIÖG sinken ab 0,2 ‰ die Urteils- und Kritikfähigkeit, gleichzeitig steigt die Risikobereitschaft. Du fühlst Dich also eher sicherer, obwohl Du schlechter siehst und später bremst.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Ein Radfahrer rollt von rechts aus einer Einfahrt. Mit engerem Sehfeld bemerkst Du ihn erst, wenn er schon fast vor Deiner Motorhaube auftaucht, und weil Deine Reaktionszeit länger geworden ist, trittst Du obendrein später auf die Bremse als nüchtern. Bei 50 km/h legst Du in jeder Sekunde knapp 14 Meter zurück. Schon eine halbe Sekunde Verzögerung bedeutet rund 7 Meter mehr, bevor das Auto überhaupt langsamer wird.
Dein Gefühl taugt deshalb nicht als Maßstab. Wer nach einem Glas überlegt, ob es noch geht, lässt das Auto besser stehen.
Heikel wird es auch mit Medikamenten. Der ADAC warnt, dass die Kombination mit Alkohol besonders gefährlich sein kann. Nimmst Du welche, frag in der Apotheke oder bei Deiner Ärztin oder Deinem Arzt nach, ob sie Deine Fahrtüchtigkeit beeinflussen.
Wie viel ist eine „geringe Menge“?
Promille geben den Blutalkoholgehalt an: 1 Promille entspricht ungefähr 1 Gramm Alkohol pro Kilogramm Blut. Das BIÖG rechnet mit einem Getränk, das 12 Gramm Alkohol enthält, das ist etwa ein kleines Bier mit 0,3 Litern und 5 Prozent. Bei einem Mann ergibt das rund 0,2 ‰, bei einer Frau rund 0,3 ‰.
Männer bestehen im Schnitt zu etwa 70 Prozent aus Körperflüssigkeit, Frauen zu etwa 60 Prozent und wiegen oft weniger. Die gleiche Menge verteilt sich bei ihnen also auf weniger Flüssigkeit.
Promillerechner berechnen den Wert aus Menge, Gewicht und Geschlecht, liefern aber nur eine grobe Schätzung. Abgebaut wird der Alkohol langsam, laut ADAC mit etwa 0,1 ‰ in der Stunde. Wie lange er im Körper bleibt und was das für den Morgen danach heißt, erklärt der Beitrag wie lange Alkohol im Blut nachweisbar ist.
Promillegrenzen in Deutschland: Ab wann es teuer oder strafbar wird
Die bekannte 0,5-Promillegrenze ist nur eine von mehreren. Wer alkoholisiert fährt, sollte vor allem die 0,3-Promille-Regel kennen. Je nach Wert und Verhalten drohen Bußgeld, Punkte, Fahrverbot oder ein Strafverfahren.
- 0,0 Promille: gilt für Fahranfänger in der Probezeit und alle unter 21 Jahren (§ 24c StVG). Ein Verstoß kostet in der Regel 250 Euro Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg. In der Probezeit kommen ein Aufbauseminar und die Verlängerung der Probezeit auf 4 Jahre dazu.
- Ab 0,3 Promille: Straftat, sobald alkoholbedingte Ausfallerscheinungen auftreten, etwa Schlangenlinien, oder Du einen Unfall verursachst (relative Fahruntüchtigkeit, § 316 StGB). Es drohen Geld- oder Freiheitsstrafe, 3 Punkte und in der Regel der Entzug der Fahrerlaubnis.
- Ab 0,5 Promille (0,25 mg/l Atemalkohol): Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG, auch ohne Auffälligkeiten. Für Fahrer, die zum ersten Mal erwischt werden: 500 Euro Bußgeld, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot. Beim zweiten Verstoß steigt die Höhe auf 1.000 Euro und 3 Monate Fahrverbot, beim dritten auf 1.500 Euro.
- Ab 1,1 ‰: absolute Fahruntüchtigkeit. Das ist immer eine Straftat, auch wenn Du völlig unauffällig fährst. Es folgen Geld- oder Freiheitsstrafe und der Entzug der Fahrerlaubnis mit Sperrfrist.
- Ab 1,6 Promille: Die Fahrerlaubnisbehörde verlangt eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU). Laut ADAC kann eine MPU schon ab 1,1 ‰ fällig werden, wenn trotz dieses Werts keine Ausfallerscheinungen auffielen. Wer sie nicht besteht, bekommt den Führerschein in der Regel nicht zurück.
Wer nach einem Unfall unter Alkoholeinfluss erwischt wird, riskiert laut BIÖG außerdem den Versicherungsschutz und zahlt den Schaden womöglich selbst. Was die Punkte für Dich bedeuten, steht unter wie viele Punkte Du in Flensburg haben darfst.
Und in Österreich?
In Österreich darfst Du mit weniger als 0,5 Promille fahren. Für Besitzer eines Probeführerscheins sowie für Lkw- und Busfahrer liegt die Promillegrenze bei 0,1 ‰. Die Strafen steigen in Stufen (Angaben des ÖAMTC):
- 0,5 bis 0,79 ‰: 300 bis 3.700 € und eine Vormerkung im Führerscheinregister.
- Ab 0,8 ‰: mindestens 800 €, beim ersten Mal ohne Unfall 1 Monat Führerscheinentzug und ein Verkehrscoaching.
- Ab 1,2 ‰: 1.200 bis 4.400 €, Entzug für mindestens vier Monate und eine Nachschulung.
- Ab 1,6 ‰: 1.600 bis 5.900 €, Entzug für mindestens ein halbes Jahr, Nachschulung sowie amtsärztliche und verkehrspsychologische Untersuchung.
Alkohol im Straßenverkehr: Bevor Du nach ein paar Gläsern losfährst
- Plane den Heimweg vor dem ersten Glas: Bus, Bahn, Taxi oder jemand, der nüchtern bleibt.
- Verlass Dich nicht auf Dein Gefühl. Die Selbstkritik lässt als Erstes nach.
- Rechne nicht mit einem Promillerechner knapp an die Grenze heran. Er gibt nur eine grobe Orientierung.
- Denk an den Morgen danach: Bei rund 0,1 ‰ Abbau pro Stunde kann noch Restalkohol im Blut sein.
- Auch auf dem Fahrrad oder E-Scooter erhöht Alkohol das Unfallrisiko deutlich. Das gilt für jedes Fahrzeug.
Wirklich auf der sicheren Seite bist Du beim Autofahren nur mit 0,0 Promille. Der DVR fordert seit 2011 ein absolutes Alkoholverbot am Steuer.
Hinweis: Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung und keine Rechtsberatung. Die Promillestufen sind Orientierungswerte, im Einzelfall wirkt Alkohol auch früher. Stand: Oktober 2026.




