Das Manuskript ist fertig, und damit beginnt der Teil, den die meisten unterschätzen. Ein Text wird nicht dadurch zum Buch, dass er hochgeladen wird. Zwischen beiden liegen mehrere Arbeitsschritte, die in Verlagen von unterschiedlichen Personen erledigt werden und im Selfpublishing entweder eingekauft oder selbst übernommen werden müssen.
Lektorat ist etwas anderes als Korrektorat
Ein Lektorat arbeitet am Aufbau: Stimmt die Figurenführung, trägt der Spannungsbogen, gibt es Längen, ist die Perspektive konsequent. Das Korrektorat prüft anschließend Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.
Beides zusammen macht meist den größten Posten im Budget aus. Wer sparen muss, spart eher beim Cover als hier, denn strukturelle Schwächen bleiben sichtbar, und die Rezensionen benennen sie zuverlässig.
Der Satz entscheidet über Lesbarkeit
Ein Buchsatz unterscheidet sich von einem Textdokument in fast jedem Detail: Satzspiegel, Zeilenabstand, Silbentrennung, Umgang mit Absätzen und Kapitelanfängen. Schlechter Satz ermüdet beim Lesen, ohne dass Leserinnen benennen könnten, woran es liegt.
Für das E-Book gelten andere Regeln, weil dort die Darstellung vom Gerät abhängt. Ein fixes Layout ist dafür ungeeignet.
Das Cover verkauft, nicht der Text
In der Übersicht eines Onlineshops ist das Cover briefmarkengroß. Es muss in dieser Größe erkennbar bleiben, das Genre signalisieren und den Titel lesbar zeigen. Viele selbstgestaltete Cover scheitern an genau dieser Reduktion.
Ein professionelles Cover ist im Vergleich zum Lektorat günstig und hat den unmittelbarsten Einfluss darauf, ob jemand überhaupt klickt. Eine Übersicht des gesamten Wegs bietet eine Anleitung dazu, wie man in zehn Schritten zum eigenen Buch kommt.
Metadaten sind der eigentliche Vertrieb
Titel, Untertitel, Kategorien, Schlagwörter und Beschreibungstext entscheiden darüber, ob ein Buch gefunden wird. Das ist unromantisch und für den Verkauf wichtiger als jede Werbeaktion, weil die meisten Käufe über die Suche im Shop zustande kommen.
Der Beschreibungstext ist dabei kein Klappentext im klassischen Sinn, sondern ein Verkaufstext, der in den ersten zwei Zeilen funktionieren muss, weil der Rest zunächst abgeschnitten wird.
Druck, E-Book oder beides
Print on demand vermeidet Lagerbestand und Vorfinanzierung, kostet dafür pro Exemplar mehr. E-Books haben höhere Margen und erreichen ein anderes Publikum. Hörbücher sind aufwendig, wachsen aber weiter.
Für den Buchhandel ist eine eigene Nummer zur Identifikation nötig, und die Frage, wer diese Nummer vergibt, entscheidet darüber, wer als Verlag geführt wird. Wer langfristig plant, sollte sie selbst erwerben.
Was realistisch zu erwarten ist
Die meisten selbstverlegten Bücher verkaufen sich in niedriger Stückzahl. Das ist kein Scheitern, sondern der Normalfall in einem Markt mit sehr vielen Neuerscheinungen. Titel, die sich tragen, sind fast immer Teil einer Reihe oder bedienen eine klar umrissene Nische.
Wer mit dem zweiten und dritten Buch weiterarbeitet, verbessert nebenbei auch die Verkäufe des ersten, weil die Sichtbarkeit mit dem Katalog wächst.
Die rechtliche Seite
Impressumspflicht, Steuernummer, Umsatzsteuer und die Abgabe von Pflichtexemplaren gehören dazu, und zwar ab dem ersten verkauften Exemplar. Bei Verwendung fremder Bilder oder Zitate kommen Rechtefragen hinzu.
Diese Themen sind überschaubar, sollten aber vor der Veröffentlichung geklärt sein und nicht danach.
Wer den Aufwand scheut, sollte den Weg über einen Verlag nicht vorschnell abschreiben. Für Sachbücher mit klarem Thema und für Autorinnen mit einem Publikum außerhalb des Buchmarkts sind Verlage weiterhin ansprechbar, und die Arbeitsteilung nimmt genau die Schritte ab, die im Selfpublishing am meisten Zeit kosten. Ein bekanntes Beispiel ist der Youtuber Paluten, dessen Bücher bei Verlagen erschienen sind und zu den Einnahmen von Paluten beitragen.
Häufige Fragen
Was kostet Selfpublishing?
Der größte Posten ist das Lektorat, danach folgen Korrektorat, Cover und Satz. Die Veröffentlichung selbst ist bei den gängigen Plattformen kostenlos, da über den Verkaufserlös abgerechnet wird.
Braucht man wirklich ein Lektorat?
Wenn das Buch verkauft werden soll, ja. Strukturelle Schwächen bleiben ohne außenstehenden Blick bestehen und werden in Rezensionen zuverlässig benannt.
Was ist wichtiger, Werbung oder Metadaten?
Metadaten. Die meisten Käufe entstehen über die Suche im Shop, weshalb Titel, Kategorien, Schlagwörter und Beschreibungstext stärker wirken als einzelne Werbeaktionen.




