Glas Wasser und Notizblock auf einem Küchentisch im Morgenlicht

Wie viel Paracetamol am Tag Du nehmen darfst, hängt vor allem von Deinem Körpergewicht und Deiner Leber ab. Für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene ab 43 kg nennt die Fachinformation eine Einzeldosis von 500 bis 1.000 mg. Die Tageshöchstdosis beträgt 4.000 mg, zwischen zwei Dosen sollen mindestens 6 Stunden liegen. Bei kranker Leber oder regelmäßigem Alkoholkonsum ist die Grenze deutlich niedriger. Das gilt auch, wenn Du weniger als 50 kg wiegst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 43 kg: 500 bis 1.000 mg pro Einnahme, Tageshöchstdosis 4.000 mg
  • Abstand zwischen zwei Dosen: mindestens 6 Stunden
  • Ohne ärztliche Anweisung höchstens 2.000 mg pro Tag bei Lebererkrankung, Nierenschwäche, chronischem Alkoholkonsum oder unter 50 kg Körpergewicht
  • Ohne ärztlichen Rat nur wenige Tage; halten die Beschwerden länger als 3 Tage an, gehört das in ärztliche Hände
  • Verdacht auf Überdosierung: sofort Giftnotruf oder 112, auch wenn Du Dich noch gut fühlst

Wie viel Paracetamol am Tag gilt für Erwachsene?

Paracetamol wirkt schmerzstillend und fiebersenkend. Zugelassen ist es für leichte bis mäßig starke Schmerzen, etwa Kopf- oder Zahnschmerzen, und für Fieber. Die folgenden Informationen zur Dosierung stammen aus der Fachinformation zu Paracetamol-ratiopharm 500 mg (Stand Dezember 2024). Andere Hersteller nennen für die gleiche Stärke in der Regel dieselben Eckwerte. Maßgeblich ist trotzdem immer die Packungsbeilage Deines Arzneimittels.

Wer? Einzeldosis Tageshöchstdosis Abstand
Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene ab 43 kg 500–1.000 mg (1–2 Tabletten à 500 mg) 4.000 mg mindestens 6 Std.
Unter 50 kg, chronischer Alkoholkonsum, Flüssigkeitsmangel oder Mangelernährung nach ärztlicher Anweisung ohne ärztliche Anweisung höchstens 2.000 mg länger, je nach Rat

Die Fachinformation richtet die Dosierung grundsätzlich nach Körpergewicht und Alter. Für Erwachsene ist bei 4.000 mg pro Tag Schluss, auch bei hohem Gewicht.

In Deutschland sind Packungen mit mehr als 10 Gramm Wirkstoff seit dem 1. April 2009 verschreibungspflichtig. Die größte rezeptfreie Packung mit 500-mg-Tabletten hat deshalb 20 Stück. Das sind zweieinhalb Tageshöchstdosen.

Wie viele Stunden Abstand zwischen zwei Einnahmen?

Mindestens 6 Stunden. Manche Ratgeber nennen 4, die aktuelle Fachinformation nennt 6. Mit vier Dosen à 1.000 mg ist der Tag damit voll ausgeschöpft.

Längere Pausen gelten für diese Patienten:

  • Chronischer Alkoholkonsum: mindestens 8 Stunden zwischen zwei Dosen
  • Schwere Nierenschwäche (Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min): ebenfalls mindestens 8 Stunden
  • Leberfunktionsstörung oder Gilbert-Syndrom (Morbus Meulengracht): Dosis senken oder Pause verlängern, das legt Deine Ärztin oder Dein Arzt fest

Lässt die Wirkung nach drei oder vier Stunden nach, ist eine frühere Tablette keine Lösung. Frag lieber in der Apotheke, ob ein anderes Medikament besser passt, zum Beispiel Ibuprofen. Ob das für Dich infrage kommt, hängt von Vorerkrankungen und anderen Medikamenten ab.

Warum ist die Leber das Risiko?

Die Leber baut den Wirkstoff ab. Ein kleiner Teil wird dabei zu einem toxischen Zwischenprodukt (NAPQI), das der Körper normalerweise mit Glutathion unschädlich macht. Sind diese Reserven aufgebraucht, schädigt NAPQI die Leberzellen. Knapp werden sie laut Fachinformation zum Beispiel bei Mangelernährung, bei schweren Infektionen und bei Alkoholmissbrauch, ebenso bei Leber- und Nierenerkrankungen.

Deshalb liegt die Grenze bei Lebererkrankungen ohne ärztliche Anweisung bei 2.000 mg pro Tag. Auch manche Arzneimittel beschleunigen den Umbau in der Leber, etwa einige Epilepsie-Mittel (Carbamazepin, Phenytoin) oder das Antibiotikum Rifampicin. Wer solche Medikamente nimmt, klärt die Dosierung vorher mit Arzt oder Apotheke. Bei Blutverdünnern wie Warfarin verstärkt eine regelmäßige Einnahme über mehr als eine Woche deren Wirkung, auch das gehört in ärztliche Hände.

Paracetamol und Alkohol: Wie verträgt sich das?

Schlecht. Laut Fachinformation kann chronischer Alkoholkonsum die Schwelle senken, ab der Paracetamol die Leber schädigt. Für diese Gruppe gelten höchstens 2.000 mg am Tag und mindestens 8 Stunden Pause. Während der Anwendung verzichtest Du am besten ganz auf Alkohol. Wie lange er nach einem Abend im Körper bleibt, steht in unserem Beitrag dazu, wie lange Alkohol im Blut nachweisbar ist.

Versteckte Mengen: Kombipräparate und Grippemittel

Die häufigste Falle ist doppelte Einnahme. Viele Grippemittel und Heißgetränke-Pulver enthalten den Wirkstoff ebenfalls, dazu kommen Kombitabletten gegen Kopfschmerzen. Wer morgens zwei Tabletten nimmt und abends ein Grippe-Pulver trinkt, überschreitet die Tageshöchstdosis schnell, ohne es zu merken. Die Fachinformation verlangt deshalb ausdrücklich zu prüfen, ob gleichzeitig verwendete Arzneimittel Paracetamol enthalten.

So behältst Du den Überblick:

  • Wirkstoffliste jeder Packung lesen, nicht nur den Markennamen
  • Uhrzeit und Milligramm jeder Dosis notieren, zum Beispiel im Handy
  • Bei mehreren Arzneimitteln in der Apotheke nachfragen

Bei einer Erkältung mit Fieber hilft auch ein Blick darauf, wie lange Du bei einer Erkältung zu Hause bleiben solltest.

Hände halten eine Tasse Tee am Fenster an einem grauen Tag
Bei Erkältung und Fieber: Ruhe und Flüssigkeit, Schmerzmittel nur nach Packungsbeilage.

Wie lange darf man Paracetamol ohne Arzt nehmen?

Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nur wenige Tage und nicht in erhöhter Dosis. Halten Schmerzen oder Fieber länger als 3 Tage an, ist das Fieber hoch oder kommen neue Beschwerden dazu, lass Dich untersuchen. Ein Grund steht ausdrücklich in der Fachinformation: Wer Schmerzmittel lange und hoch dosiert nimmt, kann davon selbst Kopfschmerzen bekommen. Mit mehr Tabletten lassen die sich nicht behandeln. Regelmäßige Einnahme über Wochen gehört deshalb in ärztliche Begleitung.

Kinder, Schwangerschaft, Vorerkrankungen

Bei Kindern richtet sich die Dosierung nach Körpergewicht und Alter. Für sie gibt es eigene Darreichungsformen wie Saft oder Zäpfchen, bei denen die Verabreichung anders abläuft als bei der oralen Einnahme von Tabletten. Die richtige Menge steht in der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats. Im Zweifel fragst Du in der Apotheke oder in der Kinderarztpraxis nach.

In der Schwangerschaft soll das Mittel laut Fachinformation nur eingenommen werden, wenn es klinisch erforderlich ist. Dann gilt: geringste wirksame Dosis, für möglichst kurze Zeit und möglichst selten. Sprich vorher mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt, gern auch mit Deiner Hebamme. Das gilt genauso bei Leber- oder Nierenerkrankungen und wenn Du regelmäßig andere Medikamente nimmst.

Infografik: Paracetamol bei Erwachsenen, Eckwerte laut Fachinformation
Eckwerte für Erwachsene ab 43 kg laut Fachinformation (Stand Dezember 2024).

Was tun bei einer Überdosierung?

Sofort handeln, auch wenn es Dir gut geht. Die ersten Symptome einer Paracetamol-Vergiftung sind unscheinbar und treten in der Regel innerhalb von 24 Stunden auf:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Blässe
  • Bauchschmerzen

Danach fühlen sich viele vorübergehend besser, während die Leber bereits Schaden nimmt. Klinische Symptome eines Leberschadens werden laut Fachinformation meist nach etwa 2 Tagen sichtbar und erreichen nach 4 bis 6 Tagen ihr Maximum. Bei Erwachsenen können schon rund 6 Gramm auf einmal zu schweren Leberschäden führen, im schlimmsten Fall bis zum akuten Leberversagen. Auch die einmalige Einnahme der gesamten Tagesdosis kann die Leber schwer schädigen.

Das Antidot heißt N-Acetylcystein. Bei Verdacht auf eine Vergiftung ist es laut Fachinformation in den ersten 10 Stunden sinnvoll, die Verabreichung erfolgt im Krankenhaus über die Vene. Darum zählt bei einer Überdosierung jede Stunde:

  1. Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder Krampfanfall: Notruf 112.
  2. Sonst sofort den Giftnotruf anrufen. In Österreich ist die Vergiftungsinformationszentrale rund um die Uhr unter 01 406 43 43 erreichbar. In Deutschland gibt es regionale Giftinformationszentren, in vielen Bundesländern unter Vorwahl plus 19240. Das Bundesinstitut für Risikobewertung führt die vollständige Liste.
  3. Packung und Beipackzettel mitnehmen, Uhrzeit und Menge notieren.

Nicht abwarten, ob Symptome auftreten. Eine akute Paracetamol-Vergiftung fällt anfangs oft kaum auf.

Häufige Fragen

Kann man 1.000 mg auf einmal nehmen?

Ja, ab 43 kg Körpergewicht sind 1.000 mg als Einzeldosis zulässig, also 2 Tabletten à 500 mg. Mehr pro Einnahme sieht die Fachinformation nicht vor.

Wie viel ist zu viel?

Für gesunde Erwachsene alles über 4.000 mg in 24 Stunden. Bei einer Lebererkrankung oder regelmäßigem Alkoholkonsum liegt die Grenze ohne ärztliche Anweisung bei 2.000 mg. Gleiches gilt unter 50 kg.

Wirkt eine höhere Dosis besser?

Nein. Wenn die empfohlenen 1.000 mg nicht reichen, erhöht eine Extra-Tablette vor allem das Risiko für die Leber. Frag in der Apotheke oder ärztlich nach einer anderen Behandlung.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du unsicher bist, frag Deine Ärztin, Deinen Arzt oder Deine Apotheke. Stand: Oktober 2026.

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